INHALT​

Klimaschutzprojekte

1. Ablauf eines Klimaschutzprojekts

Klimaschutzprojekte werden meist im Rahmen eines sogenannten Klimaschutzprogramms durchgeführt. Darunter versteht man ein Regelwerk, das den Rahmen und die Bewertung von Klimaschutzprojekten in einem bestimmten Kontext vorgibt. Klimaschutzprogramme können freiwillig oder verbindlich, international, national oder auch regional stattfinden. Die Programme geben verbindliche Regeln vor und verwalten die erzielten Emissionsminderungen, einschließlich der Ausstellung von Zertifikaten. Im Ablauf eines Klimaschutzprojekts werden Planungs- und Umsetzungsphase unterschieden.

Die Planung umfasst alle vorbereitenden Tätigkeiten. Dazu gehören

  • die Beschreibung der Projekttätigkeit,
  • die Festlegung des Umfangs des Projekts, der Laufzeit und der erforderlichen Technologien
  • die Festlegung der Verfahren zur Bestimmung der Emissionen
  • die Berechnung der zu erwartenden Emissionsminderungen
  • die Abstimmung mit vom Projekt betroffenen Personengruppen („Stakeholder“)
  • das Einholen von Genehmigungen
  • die Sicherstellung der Finanzierung
  • die Festlegung von Verantwortlichkeiten.

Die Planungsphase wird mit der Validierung des Projekts abgeschlossen. Im Zuge der Validierung prüft eine unabhängige und sachkundige Prüfstelle, ob das Projekt die einschlägigen Anforderungen, z. B. des Klimaschutzprogramms, des GHG-Protocols oder der ISO 14064 erfüllt.

WIR, DIE MÜLLER-BBM CERT GMBH VALIDIEREN IHR KLIMASCHUTZPROJEKT FÜR SIE, NACH DEN GEGEBENEN ANFORDERUNGEN.

Die Umsetzungsphase umfasst neben der eigentlichen Projekttätigkeit zum einen die Messung und Berechnung der erzielten Emissionsminderungen nach den festgelegten Verfahren und zum anderen die Berichterstattung hierüber. Im Zuge einer Verifizierung wird geprüft, ob die Umsetzung des Projekts den festgelegten Verfahren entspricht und ob die berichteten Emissionsminderungen richtig ermittelt wurden.

Wir können auch Ihre Berichterstattung verifizieren. Wenden Sie sich an uns für ein Angebot

 

2. Must-knows über Klimaschutzprojekte

ZUSÄTZLICHKEIT

Klimaschutzprogramme enthalten in der Regel Vorgaben zur sogenannten Zusätzlichkeit. Zusätzlichkeit bedeutet, dass die CO2-Einsparung ohne das betreffende Klimaschutzprojekt nicht stattfände. Bei Projekten, zum Beispiel zur Erzeugung erneuerbarer Energien, die aus der Projekttätigkeit Einnahmen erzielen und/oder öffentlich gefördert werden, kann daher die Zusätzlichkeit fraglich sein. Bei Projekten ohne weitere Einnahmequellen hingegen, z. B. bei der Finanzierung von effizienten Kochherden, mit denen sowohl der CO2-Ausstoß als auch der Brennholzverbrauch reduziert werden kann, ist die Zusätzlichkeit in der Regel gegeben.

BEZUGSSZENARIO

Das Bezugsszenario stellt den hypothetischen Zustand dar, der ohne das konkrete Projekt wahrscheinlich einträte. Die dem Projekt zuzurechnenden Emissionsminderungen sind die Differenz zwischen den unter dem Projekt eingetretenen Emissionen und denen des Bezugsszenarios, also der Entwicklung ohne das Projekt.

3. Ausgewählte Projektarten

Unternehmen, die in Deutschland Flüssigkraftstoffe in Verkehr bringen, sind nach der Fuel Quality Directive (FQD) der EU und dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) zur Minderung der Treibhausgasemissionen dieser Kraftstoffe verpflichtet. Ab 2020 beträgt die Treibhausgasminderungsquote 6 % (bezogen auf 2010). Die Minderungspflicht kann bis zu einer Höhe von 1,2 % auch durch sogenannte Upstream-Emissions-Reduktionen (UER) erfüllt werden. Upstream-Emissionen sind vorgelagerte Emissionen, die entstehen, bevor beispielsweise Rohöl in eine Raffinerie gelangt. Die Emissionsminderung kann hierbei z. B. durch Vermeiden des Abfackelns von Begleitgasen bei der Erdölförderung erfolgen. Projektträger sind hier in der Regel Mineralölgesellschaften oder von diesen gegründete Zweckgesellschaften. Der Anrechnungszeitraum für UER eines Projekts beträgt längstens ein Jahr. Weitere Bestimmungen sind der UERV (Verordnung zur Anrechnung von Upstream-Emissionsminderungen auf die Treibhausgasquote – Upstream-Emissionsminderungs-Verordnung) zu entnehmen.

WENN SIE PROJEKTTRÄGER SIND:

UER werden nur dann auf die Treibhausgasminderungsquote angerechnet, wenn sie aus Projekten stammen, denen die DEHSt (Deutsche Emissionshandelsstelle) zugestimmt hat. Der Antrag auf Zustimmung muss vor Beginn der Projekttätigkeit gestellt werden. Zusammen mit dem Antrag und der Projektdokumentation wird ein Validierungsbericht ein er registrierten Prüfstelle eingereicht. Im Zuge der Validierung wird geprüft, ob ein Projekt die Voraussetzungen für die Erteilung der Zustimmung erfüllt. Nach Aufnahme der Projekttätigkeit ermittelt der Projektträger die Höhe der UER nach den Verfahren des Kyoto-Protokolls und erstellt zu festgelegten Zeitpunkten sog. Überwachungsberichte. Die Überwachungsberichte sind ebenfalls von einer registrierten Prüfstelle zu verifizieren. Liegen die geschätzten UER über 60.000 t CO2-Äquivalente, müssen Validierung und Verifizierung von zwei verschiedenen Stellen wahrgenommen werden.

AUSSTELLEN VON NACHWEISEN IM UER-REGISTER:

Nach Vorliegen des Verifizierungsberichts kann der Projektträger bei der DEHSt die Freischaltung für die Ausstellung von UER-Nachweisen beantragen. Die DEHSt überprüft innerhalb eines Jahres nach Ablauf des Anrechnungszeitraums den eingereichten Verifizierungsbericht. Da die UER-Nachweise bereits vor vollständiger Prüfung durch die DEHSt ausgestellt werden, muss der Projektträger mit dem Antrag auf Ausstellung der Nachweise eine Sicherheitsleistung in Form einer Bankbürgschaft stellen.

Wenn Sie der Treibhausgasminderungsquote unterliegen und UER für Ihre Minderungspflicht einsetzen wollen:

  • Sie finden die registrierten Projekte auf der Website der DEHSt unter „Veröffentlichungen“.
  • Kontaktieren Sie den Projektträger und klären Sie die Verfügbarkeit und den Preis der UER.
  • Eröffnen Sie ein Konto im UER-Register, auf das die Nachweise übertragen werden können.
  • Übertragen Sie die UER-Nachweise auf das Entwertungskonto der Biokraftstoffquotenstelle (Hauptzollamt Frankfurt/Oder).
 

Über sogenannte Clean Development Mechanism – Projekte werden im Rahmen des Kyoto-Protokolls Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern durchgeführt, die neben der Treibhausgasminderung auch die nachhaltige Entwicklung in den Gastgeberländern unterstützen. Derzeit gibt es annähernd 8.000 registrierte CDM-Projekte mit ungefähr 2 Mrd. generierten Zertifikaten seit 2001. Damit ist der Clean Development Mechanism das mit Abstand größte Programm zur Generierung von Zertifikaten aus Klimaschutzprojekten. Zertifikate aus CDM-Projekten, auch „CER“ (Certified emissions reductions), können von Industrienationen in gewissem Umfang genutzt werden, um ihre Emissionsminderungspflichten unter dem noch bis Ende 2020 gültigen Kyoto-Protokoll zu erfüllen. Daneben können sie auch zur freiwilligen CO2-Kompensation (CO2-Offsetting) genutzt werden.

Vom freiwilligen Kohlenstoffmarkt (Voluntary carbon market, VCM) spricht man, wenn auf freiwilliger Basis CO2-Kompensationen über den Kauf von CO2-Gutschriften stattfinden. Im Gegensatz dazu steht der Verpflichtungsmarkt (Compliance market), bei dem verbindliche Vorgaben bezüglich der Emission von Treibhausgasen einzuhalten sind. Beispiele hierfür sind der Europäische Emissionshandel oder CORSIA. Die Nachfrage auf dem freiwilligen Markt kommt sowohl von Unternehmen und sonstigen Organisationen, die zum Beispiel aus ethischen Gründen die Klimaneutralität anstreben und ihren Carbon Footprint ausgleichen wollen, als auch von umweltbewussten Privatpersonen, die z. B. Flugreisen oder ihren ganzen Carbon Footprint kompensieren.

Auf dem freiwilligen Markt werden Projekte unter verschiedenen Standards mit unterschiedlichen Qualitätsanforderungen angeboten. Ein Teil der angebotenen Projekte erfüllt mehrere Standards gleichzeitig. Einige Standards berücksichtigen neben dem Klimaschutz weitere Kriterien wie soziale Auswirkungen, Belange der Nachhaltigkeit oder der Biodiversität (sog. Co-Benefits). Bei der Auswahl eines Projekts können deshalb auch persönliche Prioritäten berücksichtigt werden. Auf Grund der Vielzahl der Projekte und aus Gründen der Unparteilichkeit wollen wir an dieser Stelle nicht auf einzelne Standards eingehen. Es sei auf das Internet und die dort verfügbaren vergleichenden Übersichten verwiesen. Hinweise zur freiwilligen CO2-Kompensation sind u. a. auf der Website des Umweltbundesamts zu finden.

In Deutschland werden derzeit noch verhältnismäßig wenige Klimaschutzprojekte umgesetzt, obwohl viele Nachfrager Projekte in Deutschland bevorzugen würden. Der Grund ist zum einen, dass Klimaschutzprojekte in Deutschland mit höheren Kosten verbunden sind. Zum anderen können die bestehenden Reduktionsverpflichtungen Deutschlands, z. B. im Rahmen des Kyoto-Protokolls und künftig unter dem Übereinkommen von Paris, dazu führen, dass die durch die Projekte erzielten Minderungen bereits auf die internationalen Verpflichtungen Deutschlands angerechnet werden. Eine Ausstellung von Zertifikaten würde dann zu einer Doppelzählung von Emissionsminderungen führen, die es natürlich zu vermeiden gilt. Neben dem Erwerb von Zertifikaten können aber auch regionale Aspekte oder andere Projektziele, wie z. B. der Schutz oder die Steigerung der Artenvielfalt, Investitionen in ein Klimaschutzprojekt sinnvoll erscheinen lassen.

4. Ausblick

Die Zukunft von CDM-Projekten unter dem 2021 in Kraft tretenden Übereinkommen von Paris und die Auswirkungen auf den freiwilligen Markt sind derzeit noch unklar. Auch das Übereinkommen von Paris sieht in Artikel 6 marktbasierte Mechanismen vor, deren Ausgestaltung jedoch noch offen ist. Nach Einschätzung von Experten wird die große Mehrheit der CDM-Projekte ihre Emissionsminderungsaktivitäten fortsetzen, auch wenn nach 2020 keine Einnahmen aus Certified Emission Reductions mehr generiert werden können.

5. Unsere Leistung

Die Müller-BBM Cert GmbH ist durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) für die Validierung und Verifizierung von Klimaschutzprojekten nach ISO 14064-2 akkreditiert.

Wir verfügen über Verifizierungstechniken, die eine systematische, analytische und effiziente Verifizierung Ihrer Daten ermöglichen. Damit können Sie in die Richtigkeit Ihrer Daten und Ihrer Berichterstattung vertrauen. Diesen Auditkomfort bieten wir Ihnen sowohl für die Verifizierung Ihrer Berichterstattung als auch für die Validierung Ihrer Projekte.  

Die Grundsätze Kompetenz, Kundenorientierung, Unabhängigkeit und Zuverlässigkeit stehen bei uns immer im Mittelpunkt unserer Validierungs- und Verifizierungstätigkeiten.

Sind Sie auf der Suche nach einem Partner für die Validierung und Verifizierung Ihres Klimaschutzprojektes? Oder möchten Sie sich informieren? 

Dann wenden Sie sich an uns:

Gerne vereinbaren wir einen Termin zur Erläuterung unseres Angebots und oder Klärung Ihrer Fragen zum Thema Klimaschutzprojekte.
Sie können uns auch direkt anrufen unter:

Wir bieten Ihnen den vollen Umfang der benötigten Validierungs- und Verifizierungsleistungen an und bringen dabei die notwendige Erfahrung aus über 10 Jahren Europäischem Emissionshandel mit. Mit unserem Wissen betreuen wir Sie im gesamten Prüfvorgang, vom Vor-Ort-Audit, bis zur Validierungs- und Verifizierungserklärung.

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