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Mit dem Airport Carbon Accreditation Programm

1. Was ist das Airport Carbon Accreditation ProGramm?

Das Airport Carbon Accreditation (ACA) Programm ist ein freiwilliges Klimaschutzprojekt. Es richtet sich an alle Flughäfen weltweit, mit dem Ziel, die an Flughäfen ausgestoßenen Emissionen zu erfassen und die Reduzierung bis hin zur Klimaneutralität voranzutreiben. Das Programm besteht aus vier Stufen, die die Flughäfen in chronologischer Reihenfolge erreichen können, um letztendlich die CO2-Neutralität herbeizuführen.

Die erste Stufe besteht in einem CO2-Monitoring, also der Erhebung des Carbon Footprint

… eines Flughafens, noch ohne Maßnahmen zur Reduzierung einzuführen. Befindet sich ein Flughafen auf der zweiten Stufe des Programms, müssen bereits nachweislich Emissionen reduziert sein.

Auf der dritten Stufe werden die Emissionen optimiert, das heißt, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, bis nur noch unvermeidbare Emissionen ausgestoßen werden. Hat ein Flughafen seine Prozesse auf diese Weise optimiert, kann die vierte Stufe angestrebt werden. Auf dieser Stufe des Projektes werden die übrigen Emissionen durch Ausgleichszertifikate kompensiert, um eine Netto-CO2-Neutralität zu erreichen.

2. Hintergrund des Airport Carbon Accreditation Programms

Mobilität ist von großer Bedeutung in einer globalisierten Welt. Jedoch sind die Sektoren Transport und Reisen grundsätzlich energieintensiv. Hier hat der Flugverkehr eine besondere Rolle, da er in der öffentlichen Debatte häufig als einer der größten Klimasünder angeführt wird. Um die Umwelt zu schützen, bemühen sich Fluggesellschaften und Flughäfen daher schon seit längerer Zeit den Luftverkehr klimafreundlicher und emissionsärmer zu gestalten. Die aktive Beteiligung der Flughäfen an diesen Bemühungen resultiert daraus, dass den Emissionen aus dem Luftverkehr nicht nur das in Flugzeugtriebwerken verbrannte Kerosin zugerechnet wird, sondern auch die Emissionen, die am Boden entstehen, z.B. durch den Stromverbrauch in den Flughafenhallen oder die Abgase der Bodenfahrzeuge.

Im Wirkungsbereich der Fluglinien hat im Jahr 2019 die ICAO (International Civil Aviation Organization) das Klimaschutzprogramm CORSIA eingeführt, welches die teilnehmenden Luftfahrtunternehmen dazu verpflichtet, ab 2021 ihr Emissionswachstum zu kompensieren, so dass die (Netto-) Emissionen aus dem Flugverkehr ab 2021 nicht mehr ansteigen.

Die Flughäfen haben einen anderen Weg gewählt. Schon im Jahr 2008 verpflichteten sich die europäischen Flughäfen, die Mitglieder des ACI sind, in einer Resolution, ihre Emissionen zu reduzieren und schließlich vollständig klimaneutral zu werden. Ein Jahr später wurde vor diesem Hintergrund das Airport Carbon Accreditation Programm ins Leben gerufen, welches den Flughäfen eine Handlungsanleitung bietet, um Emissionsreduktionen umzusetzen und letztendlich eine Klimaneutralität zu erreichen.

Da sich gezeigt hat, dass das ACA-Programm ein effektives Mittel für die Umsetzung klimapolitischer Ziele ist, hat es sich nicht nur in Europa etabliert, sondern wird seit 2011 zunehmend international angewendet.

3. Für wen ist das Airport Carbon Accreditation Programm interessant? Wer nimmt bereits teil?

Das Airport Carbon Accreditation Programm ist für alle europäischen und internationalen Flughäfen gleichermaßen interessant und jeder Flughafenbetreiber kann sich an dem Programm zu beteiligen.

Insbesondere die Flughafenbetreiber, die sich zur Umsetzung der ACI Europe Resolution mit dem Ziel der CO2-Neutralität verpflichtet haben, können vom Programm profitieren.

In Europa sind bereits 152 Flughäfen im Rahmen des Airport Carbon Accreditation Programms zertifiziert. Weltweit sind es 304 Flughäfen. 62 Flughäfen arbeiten mit Unterstützung des ACA-Programms schon heute CO2-neutral.

Die großen deutschen Flughäfen, die sich bereits am Projekt beteiligen, sind die Flughäfen Düsseldorf, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart und Basel-Mulhouse-Freiburg. Die gesamte Liste der weltweiten Teilnehmer sowie die von den Teilnehmern erreichte Stufe können auf der ACA-Website eingesehen werden.

4. Wie ist der Ablauf eines Airport Carbon Accreditation Projekt?

DER ALLGEMEINE ABLAUF:

Das Airport Carbon Accreditation Programm basiert auf den Vorgaben des Weltwirtschaftsrates für Nachhaltige Entwicklung (WBCSD – World Business Council for Sustainable Development), den Anforderungen des Greenhouse Gas Protocols zur Bestimmung der ausgestoßenen Emissionen, sowie den Standards der Norm DIN EN ISO 14064-3 zur Verifizierung der angegebenen Emissionen und der Klimaschutzbemühungen. Dabei können Flughäfen vier Ebenen zertifizieren lassen:

Für die erste Ebene muss ein Flughafenbetreiber die direkten Emissionen (Scope 1) und die indirekten Emissionen aus dem Bezug von Strom, Wärme und Kälte (Scope 2) bestimmen, dokumentieren und von einer unabhängigen Stelle verifizieren lassen.
Schon diese erste Stufe geht bei der Datenerhebung über die Berichtstiefe des europäischen Emissionshandels hinaus, da dort nur Scope 1 – Emissionen berücksichtigt werden. Auf dieser Stufe des Airport Carbon Accreditation Programms werden die Daten jährlich erhoben.

Die zweite Ebene wird erreicht, wenn CO2-Emissionen nicht nur dokumentiert werden, sondern auch durch bereits eingeleitete Maßnahmen nachweislich reduziert wurden. Dazu werden die jährlich ausgestoßenen Emissionen mit einem gleitenden Durchschnitt über einen Zeitraum von 3 Jahren verglichen.

Auf der dritten Ebene werden nicht nur die Emissionen berücksichtigt, die sich in der Kontrolle des Flughafenbetreibers befinden, sondern auch die Emissionen von Fremdunternehmen, die am Flughafen tätig sind. Dazu zählen z.B. die Luftfahrtunternehmen, Cateringunternehmen oder die Flugsicherung. Zusätzlich werden alle Emissionen aus vor- und nachgelagerten Prozessen (Scope 3) mitberichtet. Wurde ein Flughafen drei aufeinander folgende Jahre erfolgreich auf Stufe 3 akkreditiert, kann der Berichtszeitraum verlängert werden und die Angaben müssen nur noch alle 3 Jahre abgegeben werden.

CO2-Neutralität im Sinne des Airport Carbon Accreditation Programms wird erreicht, wenn die nicht vermeidbaren Scope 1- und Scope 2-Emissionen, also alle Emissionen, die vom Flughafenbetreiber direkt kontrolliert und nicht weiter reduziert werden können, durch anerkannte Klimaschutzprojekte ausgeglichen werden. Das Ziel ist eine CO2-Bilanz mit dem Wert 0. Auch auf dieser Stufe wird ein Berichtszeitraum von 3 Jahren angesetzt.
In Europa arbeiten bereits 51 Flughäfen CO2-neutral, weltweit sind es insgesamt 62.

DER INDIVIDUELLE ABLAUF – JÄHRLICH ODER ALLE 3 JAHRE, IN ABHÄNGIGKEIT VON DER ERREICHTEN STUFE:

Je nach der Stufe des Projekts, auf der sich ein Flughafen befindet, variieren die Anforderungen an die Datenerhebung, an die Verifizierung, sowie die Häufigkeit der Abfrage. Grundsätzlich kann folgendes Vorgehen für alle Stufen festgehalten werden:

Im ersten Schritt erfolgt die Datenerhebung und die Bestimmung des Carbon Footprint, in Anhängigkeit der bereits erreichten Stufe. Um dies möglichst einfach zu gestalten, kann dafür das GHG Protocol – Worksheet oder die Software ACERT (Airport Carbon and Emissions Reporting Tool) zur Berechnung des Carbon Footprint genutzt werden. ACERT ist ein speziell durch das ACI entwickeltes Programm, mit Hilfe dessen Treibhausgas-Emissionen an und um Flughäfen vollständig und einheitlich bestimmt werden können.

Im zweiten Schritt werden die Angaben geprüft und verifiziert, um deren Integrität sicherzustellen. Nach der Eingabe in ein Online-Formular mit den relevanten Abfragen, werden die Angaben vom Administrator (WSP – ein kanadisches Consulting-Unternehmen, das vom ACI mit der Datenauswertung betraut ist) gegengeprüft und die erreichte Stufe festgelegt.
Im Anschluss erhält der Flughafenbetreiber ein Zertifikat über die Teilnahme und über den eigenen Carbon Footprint.

5. Unsere Leistung

Die Müller-BBM Cert GmbH beschäftigt einen der sechs in Deutschland zugelassenen Umweltgutachter, die qualifiziert sind, sowohl Treibhausgasbilanzen nach den Anforderungen des Airport Carbon Accreditation Programms zu verifizieren, sowie auch Organisationen nach EMAS zu validieren. Mit unserer langjährigen Erfahrung im Bereich des Flugverkehrs (EU-ETS, CORSIA, ACA und EMAS) unterstützen wir Sie gerne bei der Etablierung Ihres ACA – Carbon Footprint und den Schritten zur Klimaneutralität. Sofern Sie es wünschen, kann dies auch in die EMAS-Begutachtung eingebunden werden.

Wir verifizieren alle Ebenen des ACA Programms, in Anlehnung an das Greenhouse Gas Protocol und an die DIN EN ISO 14064. Die Grundsätze Kompetenz, Kundenorientierung, Unabhängigkeit und Zuverlässigkeit stehen bei uns immer im Mittelpunkt unserer Verifizierungstätigkeit.

Denken Sie über eine Teilnahme am ACA Projekt nach? Machen Sie bereits aktiv mit und suchen eine neue Verifizierungsstelle? Oder möchten Sie sich einfach informieren?

Gerne vereinbaren wir einen Termin zur Erläuterung unseres Angebots und oder Klärung Ihrer Fragen zum Thema.

Sie können uns auch direkt anrufen unter:

Wir bieten Ihnen den vollen Umfang der benötigten Verifizierungsleistung an und bringen dabei die notwendige Erfahrung aus über 10 Jahren europäischem Emissionshandel mit. Mit unserem Wissen betreuen wir Sie im gesamten Prüfvorgang, vom Vor-Ort-Audit bis zur Validierungserklärung.

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