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1. Die ISO 50001 - Energie sparen, Umwelt schonen, nachhaltig produzieren

Wachsende Energiekosten werden zu einer immer größeren Belastung für die Wirtschaft. Ein Trend, der sich mittelfristig nicht umkehren wird. Neben den ansteigenden Erzeugungskosten belasten zunehmend die Kosten der Energiewende in Form der EEG-Umlage und der übrigen Energiesteuern den unternehmerischen Geldbeutel – auch wenn die Debatte in der Politik um Kompensationsprogramme hinsichtlich der EEG-Umlage in vollem Gange ist.

Im Rahmen des Europäischen Emissionshandels (EU-ETS) wird die energieintensive Industrie zusätzlich mit einem CO2-Preis, u.a. für die eingesetzten fossilen Energieträger, belastet. Durch den nationalen Emissionshandel (nEHS) steigen zudem ab 2021 die Brennstoffpreise für alle Brennstoffeinsätze, die nicht dem EU-ETS unterliegen. Spürbare Entlastungen sind also derzeit nicht abzusehen.

Der Kostendruck wächst und so wird Energie zu einem bedeutenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit – insbesondere in energieintensiven Märkten. Genauso steigt der gesellschaftliche und politische Druck hinsichtlich der eingesetzten Energieträger: Treibhausgasemissionen sollen so weit wie möglich reduziert oder ganz vermieden werden. Der Energieverbrauch wird zunehmend unter den Aspekten Klimaschutz und Nachhaltigkeit bewertet. Unternehmen können also nur dann langfristig bestehen, wenn sie fortlaufend den

  • Energieverbrauch minimieren,
  • den Energieeinsatz (d.h. energieverbrauchende Prozesse) verbessern und
  • ihre Energieeffizienz steigern.

Kurzum: Organisationen müssen fortlaufend ihre energiebezogene Leistung verbessern!

Energieeinsparpotenziale gibt es in jedem Unternehmen. Effizienter zu werden liegt in der Natur des Wirtschaftens. Gleichwohl tun sich Unternehmen in der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen mitunter schwer. Das kann die verschiedensten Gründe haben. Häufig fehlt im Betriebsalltag schlichtweg die Zeit, bzw. im Unternehmen die Kapazität qualifiziertes Personal für die systematische Steigerung der Energieeffizienz freizustellen. Nicht selten erlaubt die vorhandene Messsystematik keine hinreichende Auflösung für eine quantitative Auswertung der relevanten Daten. Manchmal mangelt es einfach an der internen Kommunikation oder sind Entscheidungsprozesse für die Umsetzung von Maßnahmen schlichtweg langwierig.

Ein Energiemanagementsystem (EnMS) nach ISO 50001 unterstützt Organisationen dabei ihre energieverbrauchenden Prozesse systematisch zu erfassen um sie datengetrieben und auf Fakten basierend zu bewerten.

Durch diese Systematisierung aller energierelevanten Abläufe und Prozesse und durch die Förderung des Engagements auf allen Ebenen, unterstützt ein Managementsystem nach der ISO 50001 Organisationen bei der fortlaufenden Verbesserung des energiebezogenen Leistung. Gleich eines Kulturwandels soll das EnMS von allen Mitarbeitern gelebt werden und so zusammen mit der Verbesserung der energiebezogenen Leistung auch einen aktiven Beitrag für den Klimaschutz leisten.

 

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2. Die ISO 50001 – Hintergrund

Als international anerkannte Norm, hält die DIN EN ISO 50001 seit 2011 das notwendige Instrumentarium für ein effizientes Energiemanagementsystem bereit. Sie kann in jeder Organisation, unabhängig von ihrer Art, Größe oder Branchenzugehörigkeit angewendet werden.

Die ISO 50001 wurde durch die Internationalen Organisation für Normung (ISO) veröffentlicht, mit dem Ziel einen internationalen Rahmen für Energiemanagementsysteme bereitzustellen. In Deutschland wurde daraufhin die bis dahin gültige DIN EN 16001 zurückgezogen und durch die ISO 50001 ersetzt.

Die ISO 50001 hat zum Zweck die Leistung von Organisationen hinsichtlich Energieverbrauch, Energieeinsatz und Energieeffizienz zu verbessern und Einsparpotenziale zu realisieren. Dies schließt sowohl technische als auch organisatorische und strategische Maßnahmen ein. Hierzu werden im Normtext Mindestanforderungen für Einführung und Aufrechterhaltung eines Energiemanagementsystems formuliert. Zudem unterstützt der systematische Ansatz Organisationen bei der Beachtung gesetzlicher Anforderungen.

Ein funktionierendes EnMS hilft im betrieblichen Alltag Kosten zu senken, so viel ist ist klar. Darüber hinaus sind außerdem mit einem gültigen ISO 50001 Zertifikat auch steuerliche Erleichterungen für energieintensive Unternehmen verbunden. Hierbei handelt es sich Wesentlichen um die folgenden:

  • Reduzierung der EEG-Umlage im Zuge der Besonderen Ausgleichsregelung (§ 63 ff. EEG) für Unternehmen mit einem Stromverbrauch ≥ 1 GWh Strom/Jahr und einem Stromkosten von mindestens 14 % der Bruttowertschöpfung
  • Steuerentlastungen im Rahmen des Spitzenausgleichs nach dem Energie- und Stromsteuergesetz (SpaEfV)
  • International anerkanntes Managementsystem
  • Grundlage für steuerliche Erleichterungen („Besondere Ausgleichsregelung“ und „Spitzenlastausgleich“)
  • Systematische Reduzierung der Energieverbräuche und Energiekosten
  • Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz
  • Aktiver Umwelt- und Klimaschutz
  • Unterstützung bei der Beachtung gesetzlicher Anforderungen
  • Wettbewerbsvorteile und Imagegewinn
  •  

3. Wie wird das Energiemanagement-system umgesetzt?

Seit ihrer Revision im Jahr 2018 liegt die ISO 50001 ebenfalls in der High-Level-Structure vor. Sie folgt wie fast alle Managementsystemnormen dem prozessorientierten Ansatz (PDCA-Zyklus).

Wichtige Grundlagen und Informationen sind in der Regel bereits vorhanden: Im ersten Schritt wird eine Systemanalyse der Energieflüsse (Energieträger, Energieeinsatz, Energieverbraucher) im Unternehmen durchgeführt.

  • Welche Energieträger werden eingesetzt? (Strom, Brennstoffe, Druckluft, Kälte, Wärme, etc.)
  • Für welche Prozesse werden die Energieträger benötigt?
  • In welchen Verbrauchern wird die Energie eingesetzt?
  • Welche Prozesse und Verbraucher tragen wesentlich zum Energieverbrauch bei?

Um eine Verbesserung der energiebezogenen Leistung zu erzielen reicht diese erste, wenn auch umfangreiche, Bestandsaufnahme nicht aus. Einsparpotenziale offen zu legen und schließlich Effizienzsteigerungen zu realisieren, setzt voraus, dass diejenigen relevanten Einflussfaktoren und Wechselwirkungen ermittelt wurden, die sich positiv (Chancen) oder negativ (Risiken) auf die Energieflüsse und die energetische Leistung auswirken können (sog. risikobasierter Ansatz). Der Blick sollte jedoch nicht einzig auf technischen Themen liegen.

Auch „softe“ Einflüsse wie Unternehmenskontext und Stakeholder sind zu berücksichtigen. Sie sind ein elementarer Bestandteil für die Abgrenzung des Anwendungsbereichs des Energiemanagementsystems und üben somit Einfluss auf die Energiepolitik und die Energieziele aus.

Mit der Revision der ISO 50001 wurde die Ermittlung der Einflussfaktoren und Wechselwirkungen anhand einer Kontextanalyse des Unternehmensumfeldes aufgenommen. Hierbei werden interne und externe Themenfelder und interessierte Parteien identifiziert, die sich in irgendeiner Form auf das EnMS und die energiebezogene Leistung auswirken können. Sowohl rechtliche Anforderungen als auch globale Themen wie der Klimawandel, genauso wie lokale Themen, wie die eigenen Arbeitnehmer, sollten sich hier wiederfinden.

Mit den Ergebnissen der Umfeldanalyse können die Prozesse und die Technik in den Fokus genommen werden. Nun werden Energieträger, Energieeinsätze und Energieverbraucher genauer beleuchtet, um zu ermitteln, wo Effizienz- und Einsparpotenziale tatsächlich möglich sind.

Wichtig ist auch hier: Alle Einflussfaktoren sind zu bestimmen, ob sie beeinflussbar sind oder nicht. Im nächsten Schritt muss kritisch bewertet werden, ob sie in ihrer Auswirkung als wesentlich oder nicht-wesentlich eingestuft werden können. Dafür gilt es Kriterien festzulegen, die sich etwa am Einsparpotenzial, der Notwendigkeit des Energieeinsatzes und des möglichen Ausmaßes der Einsparung orientieren. Die Ergebnisse der Kontextanalyse sollten dabei berücksichtigt werden, wo relevant.

Als nächstes richtet sich der Blick auf die wesentlichen Energieeinsätze. Die wesentlichen Energieeinsätze, kurz SEU (en: signifcant energy use), sind mess- und überwachbare Energieeinsätze, die einen wesentlichen Anteil am Energieverbrauch darstellen und/oder erhebliche Potenziale für die Verbesserung der energiebezogenen Leistung bieten.

Es kann sich um den gesamten Anlagenstandort, einzelne Prozesse (z.B. Gussvorgang vom Schmelzen bis zum Erstarren in der Gussform) oder einzelne Verbraucher (z.B. Walzenstuhl, Kessel, Antriebe, einzelne LKW) handeln. Dem risikobasierten Ansatz folgend, sind mögliche Risiken und Chancen für die energiebezogene Leistung zu ermitteln. Zum Beispiel könnte eine verspätete Wartung von Walzenstühlen zu einem massiven Energieverbrauchsanstieg führen.

Als Resultat der systematischen Analyse liegt eine Auflistung aller Energieträger, Energieeinsätze und Energieverbraucher vor, inklusive einer Ausarbeitung der SEUs. Die Analyse bildet die Grundlage für die Energiepolitik – eine individuelle und spezifische Willens- und Verpflichtungserklärung der Organisation zur Energieeinsparung und zur Steigerung der Energieeffizienz. Die Energiepolitik muss in die Unternehmenspolitik als integraler Bestandteil implementiert werden. Sie bildet den Rahmen für die Festsetzung von strategischen, operativen und betrieblichen Energiezielen, die eine Organisation mit ihrem Energiemanagementsystem realisieren möchte.

Der Weg zum Erfolg führt über eine effiziente Planung, Steuerung und ein effizientes Monitoring der energiebezogenen Leistung. Maßnahmenpläne werden erstellt, mit deren Hilfe die Energieziele erreicht werden sollen. Ein regelmäßiges Monitoring der energiebezogenen Leistung und die Bewertung der generierten Daten bildet dann den Kernpunkt des EnMS in der Praxis.

Ein zentrales Element eines Energiemanagementsystems ist die regelmäßige Wirksamkeitsprüfung. Mit Hilfe von internen Audits und des Managementreviews der obersten Leitung wird die Wirksamkeit des Energiemanagementsystems jährlich überprüft. Eine externe Auditierung bringt zudem eine unabhängige und objektive Bewertung, die unabdingbar für die Ausstellung eines Zertifikates über die erfolgreiche Umsetzung eines Energiemanagementsystems ist.

4. Zertifizierung der ISO 50001

Die Umsetzung der ISO 50001 bedarf nicht unbedingt einer externen Begutachtung. Gleichwohl erhöhen Organisationen ihre Glaubwürdigkeit gegenüber ihrer Stakeholder, wenn sie die Wirksamkeit ihres Energiemanagementsystems von unabhängigen und objektiven, externen Prüfern (Auditoren) in Form eines Zertifikats bestätigen lassen.

Prüfer bzw. Auditoren müssen über eine entsprechende, branchenspezifische Qualifikation verfügen und von einer Akkreditierungsstelle zugelassen bzw. berufen werden. In Deutschland existieren zwei Akkreditierungssysteme für die Zertifizierung von Managementsystemen nach der ISO 50001. Sie beziehen sich entweder auf Konformitätsbewertungsstellen oder auf zugelassene natürliche und juristische Personen. Konkret handelt es sich um:

  1. Die Berufung als Auditor bei einer durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) zugelassenen Zertifizierungsstelle bzw. Konformitätsbewertungsstelle (Akkreditierungsurkunde der Müller-BBM Cert Umweltgutachter GmbH).
  2. Die Zulassung als Umweltgutachter bzw. Umweltgutachterorganisation durch die Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter mbH (DAU) (Zu unseren Umweltgutachtern).

Auch wenn die Anforderungen identisch sind und das Zertifikat gleichwertig ist, gibt es Unterschiede zwischen beiden Systemen. Wir beraten Sie gerne, welches System für Ihre Bedürfnisse geeignet ist.

Der Auditzyklus und die Gültigkeit des Zertifikats für die ISO 50001 erstrecken sich, ebenso wie für die übrigen  Managementnormen, über drei Jahre. Für jedes Jahr des Zyklus wird ein Audit an den relevanten Standorten des Unternehmens anhand eines festgelegten Auditprogramms durchgeführt. Das Auditprogramm bestimmt den Umfang des Audits hinsichtlich der zu auditierenden Norminhalte, Unternehmensbereiche und Standorte.

Der Auditzyklus beginnt mit einem Erst- oder Rezertifizierungsaudit – letzteres, sofern bereits ein Zertifikat vorhanden war. Ziel ist es zu prüfen, ob die zu zertifizierende Organisation alle Normanforderungen erfolgreich implementiert und umgesetzt hat. Im Falle einer Erstzertifizierung werden zwei separate Audits durchgeführt. Im Audit der Stufe 1 wird der Stand der Dokumentation und die Standortbedingungen geprüft. Im Ergebnis soll festgestellt werden, ob die Organisation auf dem richtigen Weg ist, um das Audit der Stufe 2 erfolgreich mit einem Zertifikat abzuschließen. Das Zertifikat ist für drei Jahre gültig.

In den darauffolgenden zwei Jahren wird durch sogenannte Überwachungsaudits geprüft, ob das Managementsystem wirksam ist und aufrechterhalten wird. Der Auditumfang ist geringer als bei einem Zertifizierungsaudit. Neben einigen Kernelementen, wie beispielsweise der Prüfung der fortlaufenden Verbesserung, der internen Audits und des Managementreviews, werden weitere Normanforderungen und ggf. Standorte stichprobenartig auditiert.

Nach dem zweiten Überwachungsaudit erfolgt im darauffolgenden Jahr das (Re-)Zertifizierungsaudit zur Aufrechterhaltung des Zertifikats.

5. Unsere Leistung

Die Zertifizierung eines Energiemanagementsystems kann entweder eine nach DIN EN ISO/IEC 17021-1:2015 akkreditierte Prüfstelle oder ein zugelassener Umweltgutachter, bzw. eine zugelassene Umweltgutachterin vornehmen.

Entsprechend des Drei-Jahres-Zyklus‘, der allen Managementsystem-Zertifizierungen zugrunde liegt, bieten wir Ihnen verschiedene Prüfhandlungen an:

  • Die (Erst-)Zertifizierung ist eine umfangreiche, zweistufige Prüfung des gesamten Managementsystems, die Anwendung findet, wenn Sie zum ersten Mal ein Managementsystem implementieren möchten. Im Audit der Stufe 1 werden die Dokumentation und die allgemeinen Standortbedingungen auditiert, um die Zertifizierungsfähigkeit festzustellen. Im Anschluss kann das Audit der Stufe 2 erfolgen, in dem die Umsetzung und Wirksamkeit geprüft wird. Bei einer erfolgreichen Erstzertifizierung erhalten Sie ein drei Jahre lang gültiges Zertifikat.
  • In den darauffolgenden zwei Jahren müssen das 1. und 2. Überwachsaudit durchgeführt werden. Diese dienen der Prüfung der Aufrechterhaltung und Wirksamkeit des Managementsystems und haben einen reduzierten Umfang.
  • Am Ende des dreijährigen Zyklus folgt das (Re-)Zertifizierungsaudit. Dabei handelt es sich um eine Systemprüfung, d. h. das gesamte Managementsystem wird erneut geprüft und sowohl Wirksamkeit als auch Aufrechterhaltung werden bestätigt.

Darüber hinaus bieten wir Ihnen Compliance-Audits und Voraudits an, durch die Sie feststellen können, ob und welche Änderungen noch notwendig sind, um Ihr Managementsystem zertifizieren zu lassen.

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Falls Sie mehrere Managementsysteme parallel implementieren, können wir auch diese für Sie zertifizieren.

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